HPV-Impfung: Krebshilfe drängt auf Kostenfreiheit bis zum 30. Geburtstag

Die Krebshilfe drängt auf Kostenfreiheit bis zum 30. Geburtstag und ein österreichweit einheitliches Impfangebot.

Wien, am 28.2.2024. Anlässlich des Internationalen HPV-Impftages am 4. März appelliert die Österreichische Krebshilfe an die Gesundheitspolitik, das kostenfreie HPV-Impfprogramm bis zum 30. Geburtstag auszuweiten und ein österreichweit einheitliches Impfangebot zu schaffen.  

„Die HPV-Durchimpfungsrate liegt – 10 Jahre nach Aufnahme der HPV-Impfung in das kostenfreie Kinderimpfprogramm – leider noch weit hinter den Erwartungen und dem von der WHO ausgegebenen Ziel einer 90%igen Durchimpfungsrate bis 2030 zurück,“ so Krebshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Paul Sevelda. Gründe dafür ortet Sevelda in der – bedauerlichen – verbreiteten Impfskepsis in Österreich, einer Alterslimitierung für die kostenfreie Impfung und einem nicht einheitlichen Impfangebot in den Bundesländern. „Wir wissen, dass wir jene Menschen, die grundsätzlich gegen eine Impfung sind, mit wissenschaftlichen Fakten zu Sicherheit und Wirksamkeit leider nicht erreichen können. Aber all jenen, die sich durch die HPV-Impfung gegen sechs Krebsarten schützen wollen, muss ein niederschwelliger österreichweit einheitlicher Zugang zur Impfung angeboten werden,“ so Sevelda. Einen wichtigen und notwendigen Schritt sieht die Krebshilfe in einer raschen Ausweitung des kostenfreien Impfprogrammes bis zum 30. Geburtstag.  

Ausweitung der kostenfreien HPV-Impfung bis zum 30. Geburtstag
Die HPV-Impfung wird laut Impfplan Österreich 2023/2024 ab dem 9. Geburtstag bis zum 30. Geburtstag empfohlen. Sie ist jedoch derzeit ab dem 21. Geburtstag kostenpflichtig. Deshalb schließt sich die Krebshilfe ausdrücklich der Forderung von Florian Boschek, Vorsitzender des Aufklärungsvereins „HPV-Impfung jetzt!“ an. „Mehr als eine Million junge Menschen zwischen 21 und 30 hatten nie die Möglichkeit, sich kostenlos vor Krebs und HPV zu schützen. Die HPV-Impfung darf keine Frage der Geldbörse sein. Die Frage, ob ich mich gegen HPV impfen lassen möchte, oder doch meine Miete zahle, ist eine für Österreich nicht gerechte. Junge Menschen können sich eine Immunisierung bei über 600 Euro schlichtweg nicht leisten. Deshalb fordern wir eine Ausweitung des kostenfreien Impfprogrammes bis mindestens 30. Denn Gesundheit darf nicht unleistbar sein“, so Boschek. Die Petition des Vereins „HPV-Impfung jetzt!“ hat mittlerweile über 37.000 Unterstützer:innen gefunden, die die Ausweitung des HPV-Impfprogrammes in Österreich bis mindestens 30 fordert. 

Ein österreichweites einheitliches Impfprogramm statt neun unterschiedlichen Impfangeboten
Die Krebshilfe sieht die dringende Notwendigkeit, ein österreichweit einheitliches HPV-Impfangebot zu etablieren. „Derzeit haben wir leider neun unterschiedliche Impfangebote – sowohl was die Impfstellen betrifft als auch die Angebote für einzelne Altersgruppen,“ so Sevelda. „Es ist weder fair noch nachvollziehbar, warum es in manchen Bundesländern Impfangebote für Frauen und Männer ab dem 21. Geburtstag gibt und in anderen Bundesländern nicht und warum es nicht möglich sein sollte, österreichweit einheitliche Impfstellen zu definieren. Dadurch würde sowohl die Information der Bevölkerung verbessert werden als auch ein vereinfachter und gerechterer Zugang zur Impfung geschaffen werden,“ so Sevelda. 

HPV-Aktion der Krebshilfe und Info-Broschüre  
„Wir versuchen seit Jahren, mit unserer Info-Broschüre und in direkten Gesprächen Erziehungsberechtigte und jungen Menschen mit gesicherten Informationen zu versorgen, damit sie eine Entscheidung für oder gegen die HPV-Impfung auf Basis von Fakten treffen können und nicht auf Basis von Mythen und Fake News,“ so Krebshilfe-GF Doris Kiefhaber. „Zudem haben wir eine Social-Media-Aktion gestartet, in der Ärzt:innen informieren, dass sie selbstverständlich ihr Kind/ihre Kinder/ihre Enkelkinder gegen HPV geimpft haben und die Frage stellen: „Sie auch?“ Es haben sich bereits mehr als 50 onkologisch tätige Ärzt:innen der Aktion angeschlossen. „Es gibt wohl nichts Überzeugenderes als onkologisch tätige Ärzt:innen, die ihre eigenen Kinder impfen“, so Kiefhaber.  Näheres zur HPV-Aktion der Krebshilfe unter https://unterleibskrebs-oesterreich.at/hpv/hpv-kampagne/

Die Krebshilfe-Broschüre „HPV-Impfung gegen Krebs“ wurde in Kooperation mit dem Nationalen Impfgremium, dem Bundesministerium für Gesundheit, der Österreichischen Ärztekammer, der Österreichischen Apothekerkammer, Childhood Cancer International Europe und den medizinischen Fachgesellschaften für gynäkologische Onkologie, Vakzinologie, Kinderheilkunde, HNO, Onkologische Gynäkologie, Urologie, Hämatologie & Medizinische Onkologie sowie von der Initiative gegen Unterleibskrebs „Petrol Ribbon“ aufgelegt.  Die Broschüre ist kostenfrei erhältlich unter service@krebshilfe.net sowie als Download unter www.krebshilfe.net/services/broschueren.

Bei Rückfragen:
Österreichische Krebshilfe
Doris Kiefhaber, Geschäftsführung & Projektleitung „HPV-Impfung“
Tel. +43-676 502 43 72
kiefhaber@krebshilfe.net

Arzt mit Schild HPV-Impfung